Aspekte des Release-Begriffs: Referenz-Produkt

In früheren Beiträgen hatte ich plausibel gemacht, dass der allgemeine Begriff des „Releases“ verschiedene Aspekte umfasst:

  • Festlegung einer definierte Produktvariante anhand eines Katalogs von vorgegebenen Eigenschaften und Funktionalitäten in einem Anwendungskontext ( => Klasseneinteilung von Produkten durch Releases)
  • Möglichkeit zur Verifizierung der Release-Konformität von konkreten Einzelprodukten eines Entwicklungs- oder Fertigungsprozesses durch definierte Prüf-Verfahren (u.a. im Rahmen der Qualitäty Assurance [QA]).

Auch wenn ein Release eine Klasse von einzelnen Produkten in abstrakter Weise kennzeichnet, bedeutet dies in der Praxis, dass es mindestens ein konkretes Produkt-Exemplar gibt, dass alle Eigen­schaf­ten des CRF in hinreichender Weise erfüllt. Wir können dieses konkrete Produkt sozusagen als Referenz benutzen, wenn wir die Release-Konformität anderer Produkt feststellen wollen.

Im Zuge von QA-Verfahren kann ich beschreiben, wie Eigenschaften zu messen sind und welche Ergebnisse eine Funktionalität unter bestimmten Testbedingungen zeitigen soll. Ich kann mich aber auch auf einen Vergleich der Eigenschaften und Verhaltensweisen eines Referenzprodukts unter gleichen Testbedingungen zurückziehen. Ohne Verlust der Allgemeingültigkeit ….

Wir verlangen also:

Zu einem wohldefinierten Release gibt es ein Referenz-Produkt, in dem sich die im CRF hinterlegten Eigenschaften und Funktionalitäten in erkennbarer bzw. nachvollziehbarer Weise manifestieren.
Alle Produkte der release-konformen Produktvariante lassen sich bzgl. ihrer Eigenschaften und ihres Verhaltens in vorgesehenen Einsatzszenarien mit dem Referenz-Produkt vergleichen.

Unser Referenz-Produkt liefert auch eine Schablone für die evtl. notwendige Vervielfältigung eines Produkts. In diesem Sinne können wir auch von einem finalen „Prototypen“ für Replizierung im Sinne einer Massenanfertigung sprechen. Das ist auch im Umfeld von SW von Bedeutung. ITSM und ITIL-Anhänger erkennen hier die einen Überlapp mit der versionierten Ablage des Referenzprodukts, seiner Dokumentation und Installationsanweisungen in einer „Definite Media Library“.

Wir fassen einige der bisher in Beiträgen angesprochenen Aspekte einer Definition des Release-Begriffes in einer neuen Mindmap zusammen:

Das Thema „Produktions- oder Fertigungsverfahren“ zu einem Release spreche ich in einem kommenden Beitrag an. Bis dann …

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